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Baveno-VIII-Konsens - Update 2026

Für einen stärkeren Konsens zur portalen Hypertonie

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Vorwort

Diese neuen Baveno-VIII-Empfehlungen stärken die Positionierung von FibroScan® als die nichtinvasive Referenz für die Beurteilung und das Management der portalen Hypertonie bei Patienten mit fortgeschrittener chronischer Lebererkrankung, unabhängig von der Ätiologie.

Wichtigste Erkenntnisse

➜ cACLD ist eine auf LSM by VCTE® basierende Definition, basierende Definition, die das Kontinuum von schwerer Fibrose bis zur Zirrhose abdeckt. Sie dient dazu, Patienten mit einem Risiko für CSPH am Point of Care zu identifizieren.

➜ SSM by VCTE® wird als grundlegende nichtinvasive Untersuchung (NIT) zur Risikostratifizierung bei cACLD und zur Verbesserung der klinischen Entscheidungsfindung bei Patienten mit einem Risiko für CSPH empfohlen.

➜ Die „5er-Regel“ für LSM by VCTE® (10–15–20–25 kPa) wird bekräftigt und untermauert: Jeder Anstieg um 5 kPa ist mit einer progressiven Zunahme des relativen Risikos für eine hepatische Dekompensation und leberbedingte Mortalität verbunden.

➜ Die Rolle der SSM by VCTE® (100 Hz) wird in Baveno VIII erheblich erweitert. Sie entwickelt sich von einem ergänzenden zu einem zentralen Instrument für eine verbesserte CSPHKlassifizierung anhand klar definierter Grenzwerte.

➜ Baveno VIII markiert einen weiteren Wandel von einem diagnostischen hin zu einem prognostischen Ansatz für die portale Hypertonie und empfiehlt eine regelmäßige nichtinvasive Nachsorge mithilfe LSM- und SSM-basierter Algorithmen. Dadurch sollen Patienten mit einem Risiko für eine erstmalige Dekompensation identifiziert und präventive Strategien gesteuert werden.

➜ Die aktualisierten Empfehlungen stützen sich weiterhin überwiegend auf Grenzwerte, die mit FibroScan® (VCTE®) validierte wurden. Sie liefern damit ein einzigartiges Evidenzniveau, das den Einsatz von FibroScan® in der klinischen Routine und in spezialisierten Zentren untermauert.

➜ Baveno VIII befürwortet FibroScan® zur nichtinvasiven Überwachung einer rekompensierten Zirrhose. Dabei können LSM- und SSM-Grenzwerte zur Beurteilung der Rückbildung oder des Fortbestehens einer CSPH herangezogen werden.

➜ Wie bereits bei früheren Baveno-Konferenzen werden für andere Elastographieverfahren– darunter 2D-SWE, pSWE und nicht VCTE-basierte Verfahren – keine gleichwertigen diagnostischen Grenzwerte empfohlen. Dies gilt sowohl für die Lebersteifigkeit als Auch für die Milzsteifigkeit.

1. Diagnose

Erkennung einer cACLD

  • Ein LSM by VCTE®-Wert < 10 kPa schließt eine cACLD aus, sofern keine weiteren bekannten klinischen oder bildgebenden Anzeichen vorliegen. Werte zwischen 10 und 15 kPa deuten auf eine cACLD hin; Werte > 15 kPa weisen stark auf eine cACLD hin.

 

Diagnose einer CSPH

  • Ein LSM by VCTE®-Wert von ≤ 15 kPa in Verbindung mit einer Thrombozytenzahl von ≥ 150 × 109/L schließt eine CSPH bei Patienten mit cACLD aus.

 

  • Bei Patienten mit virus- und/oder alkoholbedingter cACLD sowie bei nicht adipösen Patienten (BMI < 30 kg/m2) mit MASLD-bedingter cACLD reicht ein LSM by VCTE®-Wert ≥ 25 kPa aus, um eine CSPH zu bestätigen.

 

  • Bei Patienten mit MASLD und Adipositas kann eine nach den ANTICIPATE-, ANTICIPATENASH- oder NICER-Modellen geschätzte CSPH- Wahrscheinlichkeit
    von ≥ 75 % die Diagnose einer CSPH bestätigen.

 

  • Bei Patienten mit cACLD kann ein SSM by VCTE®– Wert (100 Hz) von ≥ 55 kPa herangezogen werden, um eine CSPH zu bestätigen.

 

Triage für Screening- Endoskopien

  • Patienten mit cACLD, die für eine Behandlung mit NSBB zur Vorbeugung einer Dekompensation nicht infrage kommen, sollten sich einer EGD
    zur Untersuchung auf Varizen unterziehen. Darauf kann verzichtet werden, wenn der LSM by VCTE®-Wert unter 20 kPa liegt und die Thrombozytenzahl ≥ 150 × 109/L beträgt.

 

  • Bei einem SSM by VCTE®-Wert < 40 kPa kann bei ausgewählten Patienten sicher auf eine Screening-Endoskopie verzichtet werden.

2. Überwachung

Regelmäßige Neubewertung

  • Bei Patienten mit cACLD sollten LSM und SSM by VCTE® alle 12 Monate erneut bestimmt werden, um die CSPH zu beurteilen.

 

Klinisch bedeutsame Veränderung

  • Eine bestätigte relative Veränderung des LSM by VCTE®-Wertes von ≥ 30 % deutet auf eine klinisch bedeutsame Veränderung des Risikos für leberbedingte Ereignisse hin. Dies gilt sowohl bei MASLD-bedingter als auch bei alkoholbedingter cACLD.

 

  • Bei MASLD gilt dies insbesondere, wenn der LSMby- VCTE®-Wert den Schwellenwert von 15 kPa überschreitet.

3. Prognose & Risikostratifizierung

Vorhersage einer Dekompensation und leberbedingter Komplikationen

Die 5er-Regel

  • Die 5er-Regel für LSM by VCTE® (10–15–20–25 kPa) beschreibt eine progressive Zunahme des relativen Risikos für eine hepatische Dekompensation und leberbedingte Mortalität– unabhängig von der Ätiologie (Siehe Abbildung 1).

 

Rekompensierte Zirrhose

  • Bei einer rekompensierten Zirrhose können ein LSM-Wert < 10 kPa oder ein LSM-Wert < 15 kPa in Verbindung mit einem SSM-Wert < 25 kPa dazu beitragen, eine CSPH auszuschließen. Ein LSMWert über 25 kPa kann hingegen auf eine CSPH hinweisen.

 

Besondere Patientgruppen

Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC)

  • Bei Patienten mit cACLD in den BCLC-Stadien 0 bis C gemäß der BCLC-Klassifikation (Barcelona Clinic Liver Cancer) kann bei einem LSM-Wert von ≤ 15 kPa und einer Thrombozytenzahl (PLT) von ≥ 150 × 109/L eine CSPH ausgeschlossen und auf eine Endoskopie (EGD) verzichtet werden.

 

  • Bei Patienten mit cACLD in den BCLC-Stadien 0 bis A ohne große Knoten (> 5 cm) im rechten Leberlappen spricht eine gemäß den ANTICIPATE- oder ANTICIPATE-NASH-Modellen geschätzte CSPH-Wahrscheinlichkeit von ≥ 75 % stark für das Vorliegen einer CSPH.

 

  • Bei einer makrovaskulären Invasion sind nichtinvasive Tests (NIT) möglicherweise nicht anwendbar.

 

Portale Hypertonie bei Kindern

  • Die LSM ist ein wertvolles ergänzendes Instrument zur nichtinvasiven Identifizierung von Kindern, bei denen aufgrund einer fortgeschrittenen chronischen Lebererkrankung ein.

 

  • Risiko für eine portale Hypertonie besteht. Darüber hinaus unterstützt sie die Überwachung des Krankheitsverlaufs.

 

  • Bei pädiatrischen Patienten müssen die LSM- und SSM-Schwellenwerte zur Erkennung von Varizen noch weiter validiert werden. Sie sollten daher nicht als alleinige Grundlage für die.

 

  • Behandlung der portalen Hypertonie herangezogen werden.

 

Abkürzungen

Unterstützung

– cACLD: Kompensierte fortgeschrittene chronische Lebererkrankung; dieser Begriff wurde vorgeschlagen, um das Kontinuum von schwerer Fibrose bis zur Zirrhose bei Patienten mit fortbestehender chronischer Lebererkrankung abzubilden.
– CLD: Chronische Lebererkrankung
– CSPH: Klinisch signifikante portale Hypertonie
– EGD: Ösophagogastroduodenoskopie
– HCC: Hepatozelluläres Karzinom
– LSM: Lebersteifigkeitsmessung
– MASH: Stoffwechselassoziierte Steatohepatitis
– NIT: Nichtinvasiver Test
– NSBB: Nichtselektiver Betablocker
– PH: Portale Hypertonie
– PSVD: Porto-sinusoidale Gefäßerkrankung
– SSM: Milzsteifigkeitsmessung
– VCTE: Vibrationsgesteuerte transiente Elastographie

 

Der Baveno-VIII-Konsens-Workshop wurde von den folgenden Einrichtungen befürwortet und durch zweckungebundene Fördermittel unterstützt:

a) Internationale wissenschaftliche Gesellschaften: EASL (Europäische Vereinigung für Leberforschung), ESGE (Europäische Gesellschaft für Gastrointestinale Endoskopie), ERN RARE-LIVER (Europäisches Referenznetzwerk für seltene Lebererkrankungen).

b) Nationale wissenschaftliche Gesellschaften: AEEH (Spanish Association for the Study of the Liver), AISF (Italian Association for the Study of the Liver); BASL (British Association for the Study of the Liver), CIBERehd (Spanish Research Consortium on Hepatic and Digestive Diseases), ÖGGH (Austrian Society for Gastroenterology and Hepatology), SASL (Swiss Association for the Study of the Liver), JSH (Japanese Society for Hepatology), VALDIG (Vascular Liver Disease Interest Group).